Hunger im Jemen und der Welt Toiletten Tag

Die Kinder im Jemen haben kaum Hoffnung

Hunger im Jemen gehört zum Alltag

Am 19.11 ist der „Welt-Toiletten-Tag“, wie jedes Jahr.
Im Jemen sterben täglich Kinder. „Das sind keine Bilder von Einzelfällen. Das ist die Realität im ganzen Land.“, so David Beasley, Direktor des Welternährungsprogramms (zum Interview).

Was hat der Hunger mit Toiletten zu tun? – Durchaus einiges. Denn die Menschen im Jemen brauchen nicht nur genug Nahrung, sondern müssen sie auch aufnehmen und bei sich behalten können. Hygiene als Prävention ist entscheidend gegen Magen-Darm-Erkrankungen. Funktionierende Toiletten und Abwasser-Entsorgung sind dafür ein wichtiges Element. Besonders Frauen und Kinder leiden häufig unter Durchfallerkrankungen und auch die Cholera im Jemen ist noch nicht besiegt.

Sadeah und ihre Kinder freuen sich über eine funktionierende Toilette

So war es auch hinter der lila-farbenen Tür von Frau Sadeah und ihren sechs Kindern. Der Unterschied, den die neue, funktionierende Toilette macht, ist offensichtlich. Im Rahmen unseres Wasserprojektes konnten wir diese bauen. Die Dreckpfützen ums Haus sind verschwunden und Frau Sadeah ist überzeugt, dass ihr neues Klo der Grund dafür ist, dass ihre Kinder nun nicht mehr dauernd krank sind.

Auch in einer Stadt im Norden konnten wir Familien mit funktionierender Sanitärversorgung ausstatten – und damit auch einen Beitrag gegen den Hunger im Jemen leisten. Die Bevölkerung der Stadt hat sich in den letzten Jahren verdoppelt, v.a. durch Flüchtlinge aus anderen Gegenden des Jemens. Familien wie die von Herrn Musla leben in provisorischen Unterkünften. Seine Frau starb in ihrem Haus durch eine Kugel, ein fataler Irrläufer. Mit seinen fünf Kinder flog Herr Musla in die Stadt. Wir konnten seiner Familie – seine alte Mutter ist auch dabei – neben anderen Hilfen eine Toilette mit Waschbecken bauen, die ihnen nun hilft, gesund zu bleiben.

Neben dem Beitrag gegen Hunger im Jemen, den Toiletten leisten, ist es auch eine Frage der Würde und der Sicherheit – insbesondere für Frauen und Kinder. Die Mutter und Töchter von Herrn Musla haben sich früher nur im Schutz der Dunkelheit und auf keinen Fall allein getraut eine der weit entfernten öffentlichen Toiletten zu besuchen. Nun ist auch dieses Problem gelöst.

Unser Ziel: Jedes Haus soll mit einer funktionierenden Toilette ausgestattet sein

Bei unseren Sanitärprojekten im Jemen können wir auf lange Erfahrungen bauen. Schon bevor die derzeitige Krise kam, haben wir uns mit verschiedenen Projekten dafür eingesetzt. Z.B. haben wir mit ganzen Dörfern zusammengearbeitet, um das Bewusstsein zu schärfen, dass jedes Haus eine Toilette benötigt. Wenn eine Familie kein Klo hat, muss sie die Notdurft irgendwo draußen verrichten. Das hat aber Folgen für das ganze Dorf, denn unter diesem unhygienischen Zustand leiden alle.

Daneben schauen wir uns auch immer an, was es vielleicht bereits an Lösungen gibt. Der Jemen mit seiner reichen Geschichte bietet auch im Sanitärbereich einiges. Z.B. traditionelle Trenntoiletten, bei denen Urin und Wasser getrennt abgeführt wird und Fäkalien trocknen und als Brennstoff oder Dünger genutzt werden können. Mit moderne Varianten dieses Systems konnte ich mich im Rahmen einer Studie und Pilotprojekten beschäftigen. Doch natürlich geht es derzeit nicht um Pilotprojekte, sondern um schnelle Hilfe, um den Hunger im Jemen und das Leiden der Kinder zu beenden.

Wir brauchen ihre Unterstützung gegen den Hunger im Jemen

Heute am Welt-Toiletten-Tag haben wir uns diesen Teil unserer Arbeit mal genauer angeschaut. Den Hunger im Jemen gehen wir auch auf anderen Ebenen an. Wir geben Nahrungsmittelpakete an bedürftige Familien aus, um ihnen und insbesondere den Kindern im Jemen eine Zukunft zu ermöglichen. Wir verteilen Wasserfilter, Hygieneartikel, helfen mit Wasserversorgung. Aber heute am „World Toilet Day“ stehen eben Klos, Sanitärversorgung im Fokus. Das betonen nicht nur wir, sondern auch unsere Partner aus dem deutschen WASH-Netzwerk.