wasser für somaliland

2016 war ein Jahr, das mit Dürre begann und mit Dürre endete. Die Regenzeit im April und Mai ("Guu Regen" genannt) fiel spärlich aus und alle Weiden, die wuchsen, wurden schnell von Herden, die auf der Suche nach Futter kamen, abgegrast. Als dann die kurze Regenzeit im Oktober 2016 (Deyr Regen) völlig ausfiel, verschlechterte sich die Situation rapide. Die Viehhalter legten weite Strecken zurück in der ergebnislosen Suche nach Weideflächen. Ohne Weiden starb viel Vieh, welches das Rückgrat der somalischen Wirtschaft darstellt. Auch Menschen starben in Folge der Dürre. Die Herausforderungen in einem Jahr, das durch die Dürre geprägt war, waren auch durch kriegsbedingten Exportstopps für somalisches Vieh, Importbeschränkungen sowie zunehmende politische Instabilität geprägt. Während es zunehmend schwerer wird den Lebensunterhalt zu verdienen, können gegen Ende des Jahres immer weniger Viehzüchter und Bauern mit den Engpässen in der Wasserund Lebensmittelversorgung umgehen und die nächste Regenzeit ist noch Monate entfernt.

 

Unsere Programme

Lokale Partnerorganisationen in den fünf Projektdörfern Galoole, Raybadka, Balimataan, Lebisagaala, and Ina Igarre konnten mit der Unterstützung von WRD ihre Dorfgemeinschaften in der Entwicklung und Umsetzung von Plänen zum gemeinschaftlichen Risikomanagement anleiten. Diese Pläne umfassten Initiativen für neue Anbaumethoden, zur gemeinschaftlichen Futterproduktion, Alternativen zur Holzkohleproduktion sowie Aufklärung über die Folgen des Konsums der populären, lokalen Droge Chat. Ein ermutigendes Ergebnis der gemeinschaftlichen Initiative war, dass in sehr großem Umfang Wälle aus Erde und Steinen angelegt wurden. In den fünf Dörfern wurden über 1200 Wälle angelegt, allein auf Initiative und nach Plänen der Gemeinschaften. Auf Anfrage führte WRD ein technisches Training zur Errichtung der Wälle für 280 Haushalte durch und stellte nötige Werkzeuge zur Verfügung. Die Teilnehmer waren sehr ermutigt zu sehen, was sie durch ihren gemeinsamen Einsatz erreichen konnten und dass sie damit sowohl einen Beitrag für die Umwelt als auch für ihr Überleben leisten konnten. Im Zuge des Projektes wurden auch Trainings für die Mitarbeiter lokaler Landwirtschaftsschulen angeboten, neue Initiativen für Tiergesundheit und lokaler Partnerorganisationen sowie für Selbsthilfegruppen für Frauen und für einzelne Bauern, die mehr über Möglichkeiten zur Produktion und Lagerung von Futter lernen wollten, durchgeführt. Sabah ist die Leiterin einer Gruppe mit dem Namen „Sparen fürs Leben“ in Ina Igarre. Sie und ihre Gruppe gründeten gemeinsam ein kleines Unternehmen, um Kraftstoff in einem Laden vor Ort zu verkaufen. Die Kunden sind sowohl Dorfbewohner als auch Fahrer von LKWs und anderen Fahrzeugen von außerhalb. Sabah berichtet, dass die Frauen mit dieser Unternehmung bisher 15 Dollar Profit pro Kopf und Monat generieren konnten. Sie erzählt ermutigt: „Es hat uns auch das Selbstvertrauen gegeben, neue Initiativen anzugehen.“

Die Situation der Dürre wurde 2016 immer verzweifelter und WRD half 2600 Haushalten in zehn Dörfern. Mehr als 800 Haushalte konnten in Zusammenarbeit mit WRD Futterlager für das Vieh aufbauen. Mehr als 200 der ärmsten Haushalte erhielten 15 Ziege oder Schafe, die anderen Dorfbewohnern abgekauft wurden. 200 weitere Haushalte wurden für Arbeitseinsätze zur Verbesserung der Weideflächen bar bezahlt und kauften damit Lebensmittel. Weitere 200 der ärmsten Haushalte bekamen direkt Lebensmittel. 33 Wasserstellen wurden gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften wieder instandgesetzt und die Trainer wurden für die Initiative zur Tiergesundheit ausgebildet.

 

Berked Wiederherstellung in Somaliland

Hussien Abdi Maygaag lebt in Lebisagaala, einem Dorf an der Grenze zu Äthiopien. Hussien erinnert sich, wie fruchtbar und reich an Wäldern und Wasservorkommen das Land noch vor 50 Jahren war. Die Gemeinde besaß viele Kamel- und Ziegenherden und lag an einer wichtigen Handelsroute zwischen Äthiopien und Somalia. Seit dem Bürgerkrieg wird diese Straße kaum mehr genutzt. Hussien deutet zu einem Gebiet nicht weit außerhalb des Dorfs, in dem erst vor kurzem die verbliebenen Landminen geräumt wurden. Viele Berkeds (traditionelle somalische Zisternen) wurden damals zerstört und das kahle Land ist von den wiederkehrenden Dürren gezeichnet. Viele Menschen haben ihre Tierherden durch die Dürre verloren und Hussiens Suche nach Weideland und Wasservorkommen führt ihn immer häufiger weit über die Grenze nach Äthiopien hinein. Dort befand er sich auch, als er von World Reliefs Projekt zur Wiederherstellung der Berkeds hörte.

World Relief – Die Weltnachbarn arbeiteten eng mit den lokalen Gemeinden zusammen. Diese legen eigenverantwortlich die zerstörten Berkeds wieder frei, graben die Schlammablagerungen aus, meißeln die aufgebrochenen und undichten Betonverkleidungen ab, errichten traditionelle Zäune, um das umliegende Gebiet von Verunreinigungen durch Tiere und anderes zu schützen, und liefern lokal verfügbare Materialien wie Blätter zur Abdeckung der Berkeds, sowie Sand und Kies für den Bau. World Relief unterstützt die Gemeinde anschließend durch die Beauftragung eines Fachmanns, der die Berkeds mit einer wasserdichten 15cm Betonschicht auskleidet, so dass das Regenwasser nicht versickern kann.

Hussien nutzte diese Chance. Er kehrte eilig zurück und gemeinsam mit seiner Familie und anderen Dorfmitgliedern zeigte er großen Einsatz um seinen Berked, der vor 22 Jahren beschädigt wurde, in nur zwölf Tagen für den Wiederaufbau vorzubereiten. Hussien ist sehr dankbar für die Möglichkeit der Partnerschaft und hofft, dass viele seiner Familienmitglieder aus der Ferne zurückkehren können, sobald sein Berked wieder als Wasserquelle dient.

1) Hussiens Berked vor der Reparatur, gefüllt mit Schlamm, Brackwasser und sogar Büschen.

2) Hussien im Gespräch mit einem World Relief-Mitarbeiter.

3) Die Betonschicht wird entfernt und der Schutt abgetragen.

4) Die Familie und Dorfgemeinschaft arbeiten gemeinsam, um den Berked vorzubereiten.

Hussien hilft, die Steine aus dem Berked zu transportieren.

Mit Ihrer Spende können Sie unser Projekt zur Dürrevorsorge unterstützen. Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unser Somaliland Wasserprojekt, unter Angabe des Verwendungszwecks Somaliland.