Friedensförderung und Wash in Pakistan

Die Islamische Republik Pakistan ist auf Platz 6 der bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit einer Bevölkerung von über 195 Millionen Menschen. 97 % der Pakistanis sind Muslime. Damit hat Pakistan die zweigrößte islamische Bevölkerung der Welt nach Indonesien. Pakistan ist auch auf einem vergleichsweise niedrigen Platz (147 von 188) auf der Rangliste für Indikatoren der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen. Während die Sicherheitssituation sich im Vergleich zum Jahr 2015 erheblich verbessert hat, kämpft die Pakistanische Regierung weiterhin gegen Milizen und andere nicht staatliche Gruppen im Grenzgebiet zu Afghanistan.

 

unsere programme

Gemeinsam mit der Diözese Peshawar und der Initiative „Freunde im Glauben“ (Faith Friends) engagiert sich WRD seit September 2015 um Frieden und gelingendes Miteinander in der Khyber Pakhtunkhwa Provinz. Das Projekt baut auf den Erfolg der Initiative „Freunde im Glauben“ in der Provinz Peshawar auf. Gemeinsam mit Freiwilligen setzen unsere Partner verschiedene Aktivitäten zur Friedensförderung in Peshawar, Mardan, Swat, Bannu und Dera Ismail Khan um. Unsere Partner möchten ein starkes interreligiöses Netzwerk in diesen Städten aufbauen, das proaktiv Frieden schafft und dem Ausbrechen von Gewalt vorbeugt. Insbesondere Frauen werden ermutigt Führungsverantwortung in diesen Netzwerken und den lokalen Gemeinschaften zu übernehmen. Die Aktivitäten in diesem Projekt richten sich an Führungspersönlichkeiten in den Religionsgemeinschaften, Politiker, Studierende, Polizisten, Ordnungsbeamte und Mitbürger. Eine Gruppe von 144 freiwilligen männlichen und weiblichen Mitgliedern treffen in den oben genannten Städten mit Hauptamtlichen im Bereich Friedensförderung zusammen. Gemeinsam führen sie Dialogveranstaltungen durch, die Polizei, Religionsführer und Politiker zusammenbringen. Auch die Teilnahme an den religiösen Festen der anderen Glaubensgemeinschaften sind ein wichtiger Teil des interreligiösen Dialogs. Darüber hinaus nahmen Projektteilnehmer an Trainings zur Notfallhilfe teil. Projektteilnehmerinnen werden auch in Seminaren zu Frauenrechten geschult. Mit der Unterstützung unserer lokalen Partnerorganisationen haben wie 2016 circa 3 000 Menschen unterschiedlicher Glaubenszugehörigkeit in der ganzen Provinz erreicht.

 

Sanitär, Wasser und Hygiene –
Wash projekt

Der Bezirk Rajanpur liegt im äußersten Südwesten der Region Punjab in Pakistan. Dort haben zwar ca. 67% der Bevölkerung Zugang zu Wasser, aber nur 33% haben eine hauseigene Toilette. Das bedeutet, dass 67% der Bevölkerung ihre Notdurft im Freien verrichtet, was eine erhebliche Gesundheitsgefahr bedeutet. Sollte nicht jeder Mensch ein Recht auf eine hygienische sanitäre Anlage besitzen? JA, sagen wir! Sie haben schließlich auch ein WC-Bad in Ihrer Wohnung. Oder sogar zwei? Wir arbeiten gemeinsam mit unserer pakistanischen Partnerorganisation daran, für 141.000 Menschen in insgesamt 200 Dörfern einen Zugang zu sanitären Anlagen zu schaffen. Damit werden nicht nur ihr Recht auf Sanitärversorgung und Hygiene realisiert, sondern gleichzeitig eine Reduzierung verschiedener hygienebedingter Erkrankungen bewirkt. Es reicht aber nicht nur, unseren pakistanischen Nachbarn eine Toilette – oder in unserem Fall insgesamt 1.007 Stück – auf den Dorfplatz zu stellen. Wir sind davon überzeugt, dass nur Bildung der Schlüssel zur nachhaltigen Veränderung ist. Es geht nicht darum, sie zu überreden, dass sie ihr Verhalten ändern müssen. Vielleicht tun es manche, aber nach ein paar Monaten ist alles wieder beim Alten. Nein, vielmehr helfen wir ihnen zu begreifen, warum es gut für sie, für ihre Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Kinder ist, auf Hygiene zu achten, Wasser und Seife zu benutzen. Deshalb bilden wir in jedem der zweihundert Dörfer einen Lehrer zu Wasser- und Hygieneexperten aus. Sie werden einige Zeit lang geschult und geben ihr Wissen dann jedes Jahr an ihre Schulkinder weiter. So lernen schon die Kleinen, wie wichtig es ist, erstens eine Toilette zu benutzen und zweitens sich danach mit Seife die Hände zu waschen. Vorallem wenn man danach mit den Händen zu Mittag isst. Sie lernen nicht nur das theoretische Wissen, sondern sie erleben am eigenen Leib, dass es funktioniert, indem sie weniger Durchfall haben. Sie erzählen zu Hause davon und so wird das Wissen immer weiter getragen. Ein einzelner Lehrer kann damit das ganze Dorf erreichen! Wir stehen mit diesem Projekt noch am Anfang und sicher werden wir mit Herausforderungen zu kämpfen haben. Aber der Einsatz lohnt sich, um Theorie und Praxis – Schulung und sanitäre Anlagen nach Rajanpur zu bringen.


Spaß in der Schule: mit hygienischen sanitären Anlagen

Auch Sie können helfen diese Sanitär-, Wasser- und Hygiene-Situation weiter zu verbessern. Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unser Pakistan-Projekt, unter Angabe des Verwendungszwecks Pakistan.